Lofts am Rathaus: Symptomatisch für Kieler Wohnungspolitik

28. Mai 2018
Quelle: Florian Jansen

Zum Artikel „Bauruine statt Luxuswohnungen?“ in der Samstagsausgabe der Kieler Nachrichten erklärt Stefan Rudau, Ratsherr und designierter Fraktionsvorsitzender:

„Das ist genau das, was bei einer Wohnungsmarktpolitik, wie sie viel zu lange von der Mehrheit in der Ratsversammlung verfolgt wurde, herauskommt. Wenn wir statt riskante Spekulationen im Luxussegment zu befeuern, mehr preisgünstigen Wohnraum in Kiel schaffen wollen, muss die Stadt endlich selbst handeln!“.

In der Vergangenheit bestand die Antwort der übergroßen Mehrheit der Ratsversammlung und des Oberbürgermeisters auf die zunehmend angespannte Lage auf dem Kieler Wohnungsmarkt stets in einem blinden Vertrauen darauf, dass die private Bauwirtschaft das Problem schon richten werde, wenn man ihr nur möglichst freie Hand ließe. Allerdings liegt das Hauptinteresse der privaten Akteure auf dem Wohnungsmarkt natürlich nicht in einer Entspannung auf dem Kieler Wohnungsmarkt, sondern in einer möglichst hohen Rendite. Und dabei wird auch das Risiko sich, wie bei den „Lofts am Rathaus“, gravierend zu verspekulieren, billigend in Kauf genommen.

„Luxuswohnungen haben wir in Kiel genug und Bauruinen können wir uns schon aus Platzgründen nicht leisten. Wenn sie es mit dem Aufbau einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft ernst meinen, sollte die Stadt jetzt hier zugreifen. Das wär eine gute Gelegenheit, auch in dieser Lage günstigen Wohnraum zu schaffen und zu zeigen, dass aus den wohnungspolitischen Fehlern der Vergangenheit gelernt wurde!“, so Rudau abschließend.