Fraktion vor Ort im beliebtesten Freibad Schleswig-Holsteins

26. Juli 2018
Quelle: Florian Jansen

Laut dem Portal Testberichte.de ist Katzheide das bestbewertete Sommerbad Schleswig-Holsteins. Gleichzeitig ist die aktuelle Saison wohl die letzte, in der die Kieler*innen das tolle Freibad mit Schwimmerbecken, Sprungturm, Nichtschwimmerbecken, Planschbecken und der großzügigen Liegewiese nutzen können. Grund genug für die Ratsfraktion DIE LINKE, das derzeitige tolle Wetter für einen

„Fraktion vor Ort“-Termin
am Montag, den 30. Juli, ab 10 Uhr

auszunutzen und endlich wieder einmal selbst ins kühle Nass zu springen.

Fraktionsvorsitzender Stefan Rudau schwankt zwischen Vorfreude und Wehmut: „Uns war es ja schon lange klar, dass Katzheide bei den Freibädern hier im Norden ganz vorne mit dabei ist und ich freu mich schon riesig, hier endlich wieder einmal selbst zu schwimmen. Aber es ist schon sehr traurig und für mich immer noch total unverständlich, dass unser Sportdezernent Gerwin Stöcken und die Mehrheit der Ratsversammlung seit Jahren alles versuchen, um dieses tolle und konkurrenzlose Freizeitangebot auf dem Kieler Ostufer zu zerschlagen!“.

Ab der nächsten Saison soll Katzheide auf die Fläche des derzeitigen Schwimmerbeckens reduziert werden. Sprungturm, Nichtschwimmerbecken und Planschbecken sollen verschwinden und die Liegewiese dem Sport- und Begegnungspark angegliedert werden. Das derzeitige Schwimmerbecken soll geteilt und zukünftig auch einen Strand mit Badezone mit einer maximalen Badetiefe von 1,35 m enthalten.

Spätestens seit der Entscheidung, das neue Hörnbad zu bauen, kämpfen Verwaltung und Ratsmehrheit erbittert darum, das beliebte Freibad loszuwerden. Schon Anfang des Jahres 2015 wurde die endgültige Schließung verkündet und erst nach massiven Protesten von Bürger*innen zurückgenommen. Geöffnet werden sollte das Bad 2015 zunächst trotzdem nicht, da die Verwaltung meinte, eine Gesundheitsgefahr durch den Befall mit einer unbekannten Pilzart ausgemacht zu haben. Später entpuppte sich diese Sorge als völlig unbegründet. Im Herbst des Jahres 2015 zwang das überaus erfolgreiche Bürgerbegehren zum Erhalt von Katzheide die Ratsmehrheit dann, die Schließungspläne vorerst ganz auf Eis zu legen. Stattdessen zauberte Stadtrat Stöcken kurz darauf die Idee der massiven Verkleinerung des Freibades aus dem Hut. Als sich die Teilnehmer*innen an dem folgenden Bürgerbeteiligungsverfahren deutlich für den Erhalt Katzheides im derzeitigen Umfang aussprachen, wurden diese kurzerhand als unkooperativ verunglimpft und die Verkleinerungspläne trotzdem beschlossen.

„Die geplante Mini-Version von Katzheide wird natürlich keine Chance mehr haben, in einem Beliebtheitsranking der Freibäder im Norden einen vorderen Platz einzunehmen. Genau genommen wird Katzheide, ohne das Drumherum mit Liegewiese und so weiter, ja nicht einmal mehr ein richtiges Freibad sein.“, bedauert Rudau.