Großprojekte in Kiel: Eine Geschichte fortgesetzter Peinlichkeiten

25. Oktober 2018
Quelle: Florian Jansen

Langsam entwickelt sich die Landeshauptstadt Kiel zu einer weniger lustigen Version der fiktiven Stadt Schilda.

„Egal welches Großprojekt des vergangenen Jahrzehnts in Kiel nimmt, ob Möbel Kraft, Kiel-Kanal, Holstein Stadion oder Hörnbad: Überall ist der Wurm drin. Entweder es verzögert sich, wird exorbitant teurer als versprochen oder scheitert ganz. Oft genug alles zusammen!“, ärgert sich Stefan Rudau, Vorsitzender der Ratsfraktion DIE LINKE.

Dabei kommt vieles davon nicht überraschend. An dem Möbel Kraft Projekt hatte zwar von den derzeit in der Kieler Ratsversammlung vertretenen Parteien nur DIE LINKE Zweifel, aber eben auch eine nur knappe Minderheit von über 47% der Kieler*innen die beim Bürgerentscheid abstimmten. Inzwischen spricht sich selbst die CDU für einen Rückkauf des Geländes aus.
Das Hörnbad sollte als neues Zentralbad die dezentralen Schwimmmöglichkeiten von Lessingbad und Gaardener Schwimmhalle ersetzen und erweitern. Der Bau verzögerte sich deutlich und wurde sehr viel teurer. Auch nach der Eröffnung ist noch längst nicht alles fertig und in vielen Punkten, nicht zuletzt der Barrierefreiheit, bleibt das Bad derzeit deutlich hinter der Gaardener Schwimmhalle zurück.
Der weitgehend sinnlose Kiel Kanal, den die Rathauskooperation in der vergangenen Wahlperiode gegen die, an der Stelle einige, Opposition durchpeitschte, ist zwar noch im Zeitplan, die Kosten explodieren aber dennoch. Interessanterweise waren gerade die Kosten, die durch die Finanzierungszusagen von Land und Bund für Kiel recht günstig waren, ein Hauptargument von SPD, Grünen und SSW für den Bau des ansonsten recht sinnfreien Projektes.
Die Ausschreibung des Neubaus des Holstein Stadions für 30 Millionen Euro, der weitgehend auf Kosten der öffentliche Hand umgesetzt werden sollte, scheiterte – zum Glück – gleich ganz.

„Das einzige in Planung befindliche Großprojekt, das tatsächlich richtig sinnvoll und für Kiel mit einem echten Mehrwert verbunden ist, ist die Stadtbahn. Und selbst dabei kommen wir seit Jahren kaum voran. Statt immer neue Luftschlösser und Denkmalprojekte in Angriff zu nehmen, sollten wir uns auf das wenige wirklich wichtige konzentrieren und das dann aber auch tatsächlich zügig umsetzen!“, so Rudau abschließend.