Kieler Woche neu denken: Friedensfest statt Kriegsshow!

25. Juni 2019
Quelle: Florian Jansen

„Ich begrüße die heutige Demonstration des Bündnisses ‚War starts here‘ ausdrücklich! Die SPD-geführte Kooperation hat es in der letzten Ratsversammlung leider mehrheitlich abgelehnt, ein eindeutiges Signal für eine zukünftige entmilitarisierte Kieler Woche zu setzen. Gerade vor diesem Hintergrund ist es toll, dass ein so breites Bündnis gegen die Kriegstreiberei auf und während der Kieler Woche auf die Straße geht!“, so Stefan Rudau, Fraktionsvorsitzender der LINKEN in der Kieler Ratsversammlung.

In der Sitzung der Ratsversammlung hatte DIE LINKE beantragt, dass ein Konzept für eine zukünftige Kieler Woche ohne Werbeveranstaltungen der Bundeswehr und verbündeter Marineeinheiten entwickelt wird. Alternativ sollte eine zivile Plattform für internationale Völkerfreundschaft und Friedensforschung im Ostseeraum geschaffen werden.  Das wurde von der Ratsmehrheit abgelehnt. Stattdessen gab die Mehrheit der Kooperation ein deutliches Bekenntnis zur Bundeswehr ab und beschloss einen „Gesprächskreis“, um unter Einbeziehung von Wirtschaft und Militär über die Bedeutung der Rüstungspolitik für Kiel zu diskutieren.

Die aktuelle Kieler Woche wird flankiert vom gigantischen NATO-Manöver „Baltops“, dessen offizieller Endpunkt die Kieler Woche ist. Auch die Kriegs-Konferenz „KISS“ des „Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel“ (ISPK) passt in dieses Bild. Dort geht es um die Strategie für mögliche, z.B. gegen Russland gerichtete, Seekriegseinsätze der NATO auf der Ostsee.

Björn Thoroe, der Oberbürgermeisterkandidat der Kieler LINKEN, meint dazu:
„Dieser ganze Militärrummel steht im Widerspruch zu dem, von der Kieler Ratsversammlung beschlossenen, Konzept für gute Arbeit in Kiel. Dort wird eine Konversion, also eine Umwandlung von Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie in zivile Arbeitsplätze, gefordert. Ich stelle mir eine zukünftige Kieler Woche ohne Kriegsmanöver und ohne Werben fürs Sterben vor. Ich will eine Kieler Uni, die auf militärische Forschung verzichtet, und eine Stadt Kiel, die nicht versucht sich mit ihrem Kriegshafen und ihrer Rüstungsindustrie einen Namen zu machen. Ich will, dass Kiel endlich von einem Symbol des deutschen Militarismus zu einem Symbol des friedlichen Miteinanders im Ostseeraum wird!“

Abschließend kritisiert Thoroe auch den Präsidenten des ausrichtenden Instituts der KISS-Konferenz, Prof. Krause und fordert dessen Entlassung: „Wer ein Verbot von Waffenexporten nach Saudi-Arabien als diskriminierend betrachtet und ein Verbot von militärischer Forschung an der Kieler Uni mit den Berufsverboten in der Zeit des Faschismus vergleicht, sollte keine herausragende Position in Kiel wahrnehmen dürfen.“