Einführung von gendergerechter Kommunikation: Ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung

11. Juni 2020
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Die Ratsfraktion DIE LINKE begrüßt die Einführung von gendergerechter Kommunikation, zu der heute in der Sitzung der Kieler Ratsversammlung in Form einer Geschäftlichen Mitteilung informiert wurde.

„Wir, und auch ich persönlich, haben uns in den vergangenen Jahren immer wieder dafür eingesetzt, dass die Konsequenzen aus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Frage einer dritten Geschlechtsoption umgesetzt werden. Das jetzt vorgelegte Konzept zur gendergerechten Kommunikation ist ein erster großer Schritt zum Abbau von Diskriminierung in diesem Bereich. Ich möchte mich an dieser Stelle beim Referat für Gleichstellung und allen anderen Beteiligten aus der Verwaltung bedanken, das war tolle Arbeit!“, freut sich Ratsfrau Svenja Bierwirth, genderpolitische Sprecherin der Ratsfraktion DIE LINKE.

Im Oktober 2017 hat das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass neben „weiblich“ und „männlich“ eine dritte Option zur Geschlechtseintragung  notwendig ist. Zum Beginn des Jahres 2019 wurde das Personenstandsgesetz entsprechend geändert.
Seit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts hat sich die Ratsfraktion DIE LINKE immer wieder dafür eingesetzt, dass dieser Feststellung auch hier in Kiel konkrete Schritte zur Umsetzung und zum Abbau von Diskriminierung aufgrund der geschlechtlichen Verortung jenseits des überholten binären Systems folgen. Nicht zuletzt geht die Finanzierung des nun vorgelegten Konzepts auf einen Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE zum Haushaltsplan 2019 zurück (Drucksache 1162/2018).

 
„Die Anpassung von Sprache und Kommunikation sind aber nur ein erster Schritt, bei dem wir nicht stehen bleiben dürfen. Wir fordern auch schon seit Jahren, dass der Anerkennung einer dritten Geschlechtsoption auch ganz praktische Änderungen zum Beispiel bei Sanitärräumen und Umkleiden folgen. Es kann doch nicht sein, dass fast drei Jahre nach diesem wegweisenden Beschluss des Bundesverfassungsgerichts und eineinhalb Jahre, nachdem sich Menschen ganz offiziell bei Geschlechtseintragungen zumindest für eine dritte Option entscheiden können, das z.B. beim Besuch einer Schwimmhalle wieder komplett negiert wird. Dort können sie ja dann doch wieder höchstens wählen können, ob sie männlich oder weiblich sind. Das ist überholt und muss endlich auch geändert werden!“, fordert Bierwirth zum Abschluss.