Stadionkosten reduzieren, Zweitliga-Lizenz retten!

13. September 2022
Quelle: Florian Jansen

Zu den Plänen zum Bau des Holstein-Stadions erklärt Ratsherr Burkhardt Gernhuber, Vorsitzender der Ratsfraktion DIE LINKE:

„Dass die Pläne zum Bau des Holstein-Stadions einfach ohne jede Änderung fortgesetzt werden, halte ich für einen katastrophalen Fehler. Stur ein Stadion mit 25.000 Plätzen, Parkhaus und Kongresszentrum zu planen, obwohl die Baukosten explodieren und obwohl alle Beteiligten klar signalisiert haben, kein weiteres Geld zuschießen zu wollen oder zu können, grenzt an Realitätsverlust. Wenn hier nicht ganz schnell an konstruktiven Lösungen gearbeitet wird, kostet das Holstein Kiel die Zweitliga-Lizenz!“.

Die Ratsfraktion DIE LINKE beantragt daher in der kommenden Sitzung der Ratsversammlung, zu ermitteln, welche Einsparungen sich ergäben, wenn man sich beim Stadionneubau auf die reine Schaffung der Voraussetzungen für die Bundesligalizenz konzentrieren würde.

Im Mai war der Neubau des Holstein-Stadions aufgrund der explodierenden Baukosten verschoben worden. An dieser Kostenexplosion hat sich seitdem nichts geändert, eher im Gegenteil. Und sowohl die privaten Investor*innen als auch das Land und die Stadt haben klargemacht, dass sie über die bereits zugesagten Beträge hinaus kein weiteres Geld zur Verfügung stellen werden. Zumindest von Seiten der Stadt wäre das angesichts der Haushaltslage auch nicht realistisch. Allerdings hat die DFL deutlich gemacht, dass es ohne einen zügigen Stadionneubau auch keine Zweitliga-Lizenz mehr geben wird.

Eine mögliche Lösung könnte es sein, die Planungen auf das tatsächlich Notwendige zu begrenzen. Für die Lizenz selbst für die erste Bundesliga reicht schließlich ein Stadion mit „nur“ 15.000 Plätzen (davon 8.000 überdachte Sitzplätze). Und ein Kongresszentrum ist dafür natürlich schon gar nicht nötig. Auch das Parkhaus wäre durchaus verzichtbar: Holstein Kiel verfügt durch Nutzungsverträge auch so über eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen an Spieltagen. Und ein kleineres Stadion könnte für Holstein Kiel sogar von Vorteil sein: Schon jetzt ist das Stadion so gut wie nie ausverkauft. Selbst in der Saison 2017/18 mit den bislang meisten Zuschauer*innen in der Geschichte Holstein Kiels lag deren Zahl durchschnittlich nur bei 10.524. Ein Stadion mit 25.000 Plätzen könnte also bedeuten, dass Holstein Kiel zukünftig seine Heimspiele regelmäßig vor nicht einmal halbvollen Rängen absolvieren muss. Von einem „Heimvorteil“ könnte dann kaum noch die Rede sein.

„Die Voraussetzungen für Zweitliga-Lizenz müssen wir auf alle Fälle erfüllen. Und dafür brauchen wir nun mal keine 25.000 Plätze, kein Kongresszentrum, ja nicht einmal ein Parkhaus. Dadurch ließe sich vermutlich ein großer Teil der Baukosten einsparen. Das sollten wir zumindest mal durchrechnen. Ein weiteres Spiel auf Zeit, in der Hoffnung, dass irgendjemand in letzter Sekunde schon noch die fehlenden Millionen dazuschießt, könnte für Holstein Kiel fatal enden!“, warnt Gernhuber abschließend.